Astrael, den Kenntnisreichen, nennt man Herrn des Wissens.

Er ist wohl der wechelshafteste der Viere. Denn er vereint in sich den tiefen Ernst seines Burders Morsans wenn er die Geschicke der Menschen in den Buch Tares verzeichnet, wie auch den überschäumenden Kampfgeist Bellums, doch seine Waffen sind nicht aus blinkenden Stahl, sondern die Worte eines begnadeten Redners. In seiner Rede offenbart sich auch oft seine Ähnlichkeit mit seiner vor Leben spühenden Schwester Vitama.

Er, der Rätsel über alles liebt, vermag es durch brillante Argumente etwas zwingend zu beweisen, um nur Augenblicke später das Gegenteil als wahr zu offenbaren , um alle die ihn lauschen in Verwirrung zu stürzen. Doch nicht Bosheit ist es, die ihn so Handeln lässt, sondern die Absicht seine Zuhörer dazu zu bringen ihren eigenen Verstand zu bemühen. Aus diesen Grund hat noch nie jemand, ja selbst seine göttlichen Geschwister nicht, von ihm eine klare Antwort erhalten, doch niemals entbehren sie tiefster Weisheit und nie kam eine Lüge über seinen Lippen. Astrael war es auch, der den Menschen die Sprache verlieh, damit sie seines Wissens teilhaftig werden können und das geschrieben Wort ist ihm heilig. Als einziger der Viere ist sein Körper nicht makellos. Zu beginnt des 2. Zeitalters riss es sich sein linkes Auge aus und erschuf daraus die Magie, wie sie den Menschen heute bekannt ist. Den das, was wir als Magie bezeichnen, ist Fähigkeit das wahre Wesen der Schöpfung zu erkennen und sie zu verändern. Seit dieser Zeit besteht sein linkes Auge aus Mondsilber und es heisst. mit ihm wache er nachts über uns Menschen. Darum wählen seine Anhänger auch das Symbol des Mondes um ihre Kleidung zu schmücken. Man erzählt sich, dass der Einäugige in der Zeit, in der kein Mond am Himmel steht, alles was auf Tare geschehen ist sorgfältig in seinem grossen Buch verzeichnet. Darum wählen auch die Anhänger des Einen jene Nächte, um im Schutz der Dunkelheit ihren üblen Taten nachzugehen. Das rechte Auge des Allwissenden aber ist von strahlensten Blau, einer Farbe die seine Jünger über alles lieben, und von einer Schärfe die jeder Täuschung dahinschmelzen lässt wie Schnee in der Sonne. Sein wahres Antlitz aber, hat noch kein Sterblicher gesehen, denn keiner, der einst in Morsans Hallen erscheinen muss, könnte die Summe des Wissen ertragen, die sich ihm auf dem göttlichen Antlitz abzeichnet, ohne sofort dem Wahnsinn anheim zu fallen. So strahlt uns, wenn er sich uns offenbart, nur sein ungleiches Augenpaar aus einer stets tief herabgezogenen Kapuze entgegen, wie die Sterne erstrahlen am Nachthimmel. Doch noch öfter erscheint er uns in anderer Gestalt. Er, der es liebt, unerkannt über Tare zu wandern, erscheint bald als weiser Greis, bald als Junge, der einen mit nicht enden wollenden Fragen bestürmt. Wer kann schon sagen, wann er ihm gegenüberstand in einer seiner zahlreichen Erscheinungen? Denn der Wanderer liebt es im verborgenen zu wirken. Wie beeindruckend erscheinen uns die Werker seiner Geschwister! Wie überwältigend das Wunder des Lebens das Vitama uns schenkt, wie gewaltig die Taten des starken Bellums und wie erschreckend das Wissen vor den gestrengen Morsan treten zu müssen! Astrael aber nähert sich uns unerkannt -seine Anwesendheit allein beflügelt unseren Geist. Wer hat es nicht schon mal erlebt, dass ihm aufeinmal eine Lösung für ein Problem in Schoss fiel, über das er tagelang grübelte? Eine brilliante Idee, die aus dem Nichts zu kommen schien? Zu recht sagt man dann, Dich hat wohl Astraels Hand gestreift, wenn dies geschieht. Auch die Künste, die man seine Geschwistern zuschreibt, wurden von ihn beeinflusst. Denn die Gabe der Inspiration schenkt er, der Herr der Worte, auch seinen Geschwistern, in dem er ihnen teilnamsvoll lauscht und durch kluge Fragen ihren Geist sanft lenkt.Es heisst von ihm, dass dann, wenn das letzte Lachen verklungen ist, der letzte Kampf gekämpft und die letzte Seele zu seinen Bruder Morsan gegangen ist, er seine Feder beiseite legen und das Buch Tares zuschlagen wird und dies wird das Ende des 3. Zeitalters sein. Nichts, das wir kennen wird mehr sein, doch nichts von dem was wir erfahren haben wird verloren sein, den alles wurde von ihm aufgezeichnet auf das es bewahrt würde vor dem Vergessen.

- (Elarius Blauschimmer, Jünger des Einäugigen zu Bernstein) -

Über Astrael

Astrael, der "Einäugige", ist der Herr des Wissens, der Magie und des Rechts. Er ermöglichte den Menschen die Gabe der Magie und er ist es auch, der ihnen den Geist schenkte, um damit ihre Umwelt zu erfassen und zu verstehen. "Wissen ist Macht" ist ein beliebter Ausspruch seiner Jünger, ebenso wie sie gerne darauf hinweisen, daß "die Feder mächtiger ist als das Schwert". Bücher sind seine höchsten Heiligtümer, und so mancher verewigt sein Wissen in einem Buche als Opfergabe an den Herrn der Vernunft. Auch das Recht obliegt ihm als einer seiner Aspekte, denn der Inhalt eines Gesetzbuches ist oberstes Gebot, Seine Weisheit, so sagt man, wohnt der Feder inne, mit der die Bücher des Rechts niedergeschrieben wurden. Doch auch Herr der Rätsel ist der Einäuge, denn nichts bildet und formt den Geiste mehr.

Seine Anhängerschaft besteht zumeist aus Magiern und Gelehrten, den Schreibern und Wissenden des Landes. Schulen und Bibliotheken werden zumeist unter seiner Schutzherrschaft geführt und die weisen Berater des Adels stets in seinem Namen vereidigt. Auch die meisten Richter und Anwälte verehren ihn, sind die Gesetze doch von seiner Weisheit durchdrungen. Die Zugehörigkeit zum heiligen Ordens des Astrael steht nur zölibatären männlichen Geweihten offen.

Dargestellt wird er oftmals als weißbärtiger Mann in blauen Roben, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, sodaß nur seine ungleichen Augen daraus hervorleuchten, zumeist auf Bildern, seltener auch in Statuen gemeißelt. Seine Symbole sind die Waage, die für das Recht steht, das Buch als Zeichen des Wissens und des Geistes und der Mond, der sein Auge symbolisiert, durch dessen Opfer die Magie den Menschen zugänglich gemacht wurde. Als Zeichen der Ehrerbietung oder als Anrufung seiner Gaben legt man die Hände zu einer Kugel geformt vor die Brust, wobei die Arme eine gerade Linie bilden, wodurch die Waage als Zeichen der Gerechtigkeit symbolisiert wird, sowie sein Auge und somit auch Wissen und Magie.