1) Beinamen

Morsan, vor dem jeder Sterblicher einmal treten muss, trägt viele Namender. Doch stets spricht man in Ehrfurcht von ihm. Das Volk nennt ihn auch den Träumenden, den Verhüllten,den Hüter der Seelen oder den Schweigenden. Es heisst, seine Geweihten hätten einen weiteren Namen für ihn. Doch diesen könnten keine sterbliche Lippen, sondern nur die Seele formen.


2) Aspekte/ Beschreibung

Morsan wird als Gott des Todes angebetet. Und wie der Tod viele Gesichter hat, so wird auch Morsan äusserst unterschiedlich gesehen. Die einen sehen ihn als milden Erlöser, den grossen Tröster, der alles Leid der Welt tilgt und alle Tränen abwischt, um den Seelen die Ruhe zu schenken die sie auf Tare nie hatten. Anderen neigen furchterfüllt ihr Haupt vor ihm, da sie ihn als unerbittlichen Herrscher ansehen, der sie irgendwann zu sich ruft, ohne dass man von ihm einen Aufschub erflehen könnte. Es heisst nicht zu unrecht, dass der Schlaf, der Bruder des Todes wäre, den Morsan ist auch der Gott des Schlafes. Ein Geschenk, das die Sterblichen erst zu schätzen wissen, wenn sie es missen. Den der Schlaf schenkt den Körper die Möglichkeit zu regenerieren, dem Geist ungehemmt von äusseren Einflüssen zu arbeiten und der Seele durch das Land der Träume zu wandern. Was der scharfe Geist, der Verstand, welches ein Geschenk Astraels ist, nicht erkennen kann, offenbart uns Morsan durch unsere Träume. Auch die tiefe Versenkung nach innen, die Meditation, ist daher eine Gabe Morsans. Doch alle sein Wirken geschieht lautlos. Morsan wird nicht umsonnst als der Schweigende beszeichnet. Von ihm kommen Ruhe und Frieden und tiefe Stille. Daher nennt man ihn den Hüter der Seelen und die Seelenheilkunde wird als von ihm gesegnet angesehen. In manchen Gegenden wird er auch als Herr der Zeit angesehen, da er den Sterblichen ihre Zeit zumisst und es heisst, das eines Tages selbst seine göttlichen Geschwister vor ihn treten müssen.


3) Darstellung

Morsans selbst wird in den ordensgeleiteten Tempeln nie bildlich dargestellt. Nicht, weil seine Jünger es als Frevel ansehen würden, sondern weil sie eine materielle Darstellung des Gottes der Vergänglichkeit als nutzlosen Tand ansehen - denn.Morsans Reich liegt nicht in dieser Sphäre. Daher sind seine Schreine im Vergleich zu den prächtigen Hallen seiner göttlichen Geschwister eher schmucklos, ja fast trist.

Das einfache Volk, welches aber Bilder braucht um seinen Glauben zu fassen, stellt sich Morsan als eine verhüllte Gestalt vor, oftmals auf einem Thron sitzend, in der linken den grauen Seelenstab Netaph haltend und seine Rechte auf das dunkle Richtschwert Sorth gestützt. Ihm zu Füssen steht die Sanduhr der Ewigkeit. Wenn aller Sand hindurchgelaufen ist, wir er das auf seinem Schoss liegende Seelenbuch, in dem jedes Wesen ,das jemals seine Hallen betrat, verzeichnet ist zuschlagen und Sorth erheben. Und dies wird das Ende aller Tage sein.

In Galadon findet man oft eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beisst als Symboltier. In Endophal findet mal oftmals eine Skorpion, der seinen giftigen Stachel gegen sich selbst richtet. Am verbreitesten ist jedoch der der sitzende Rabe, der seinen Kopf nach hinten wendet. Morsans Tracht ist stets in schlichten, dunklen Grau oder Schwarz gehalten und immer aus einfachen Linnen. Die Steine Obsidian und Bernstein und werden ihm zugerechnet und schmücken in verschlungenen Mustern seine weltlichen Hallen. Diese Morsansfriese werden auch Mandala genannt und dienen den Geweihten zur Meditation. Es heisst in ihnen lägen tiefste Wahrheiten verborgen.


4) Erscheinungen

Morsan, der Herr der 3. Sphäre, erscheint nie in der 1. Sphäre unter den Sterblichen. Auch seine Diener, seinen Lafay und seine Horwahs, wirken eher im verborgenen. Galtor, der Seelenbote, ist wohl der bekannteste unter ihnen. Er ist es, den die Geweihten anrufen um die Seele eines Verstorbenen in Morsans Hallen zu bringen, damit diese nicht auf den verschlungenen Weg verloren geht. Niemand hat je sein Erscheinungsbild beschrieben, denn wer ihn sah, hatte bereits die letzte Reise angetreten und die Geweihten, die ihn womöglich sahen, sprechen nicht über das Mysterium. Von den Schwarzen wird Galtor gefürchtet wie kein anderer, denn er kann jede von ihnen beschworene Kreatur wieder in den Staub bannen aus dem sie sich erhob.

Lifna, die Verschleierte, auch manchmal "die Sanfte" genannt kommt im Traum zu uns. Grosse Geheimnisse kann sie uns offenbaren und oftmals streckt uns sie ihre zarte Hand in den furchtbaresten Alptraum nach uns aus um uns vor unseren Ängsten zu schützen. Auch schreibt man ihr wundersame Heilungen von von Körper, Geist und Seele zu.

In alten Büchern liest man die Vermutung, nicht Galtor sei der Lafay Morsans, sonder nur ein Horwah. Es gäbe noch einen weiteren Diener Morsans - seinen wahren Lafay - und dieser soll mächtiger noch als Galtor sein. Doch das mögen nur die Diener Morsans wissen.


5) Die Insignien

Jeder Schrein enthält die heiligen Insignien. Artefakte, die von Morsans göttlicher Macht durchdrungen sind und in den Gottesdiensten und heiligen Ritualen verwendet werden. Jeder kennt die Sanduhr der Ewigkeit und das Buch der Seelen, die den Altar zieren. Die ihnen inne wohnende Kraft, kann jedoch nur ein Geweihter des Morsans herbeirufen und niemand, der nicht seine Weihen erhalten hat, kennt ihre genaue Bedeutung.

Weiterhin befindet sich im Schrein die Traum- oder Seelendose, ein glänzend schwarzes, stets geschlossene Kästchen. Man glaubt, das sich darin "Traumstaub" befindet, welchen die Geweihten zu ihren Meditation und zur Seelenheilung einsetzten. Es soll eine sehr starke, bewusstseinserweiternde Droge sein. Doch in alten Sagen heisst es, das Träume selbst darin gefangen sind, und am Grunde des Kästchens der schlimmste aller Alpträume schlummert. In einer Nische des Schreins findet man geweihte Asche. Zeichnet ein Geweihter das Morsanszeichen unter Segensworten damit einem Gläubigen auf die Stirn, soll dieser vor bösen Geistern und Alpträumen geschützt sein.


6) Feiertage:

a)offizielle

Rabensturmnacht:

Tag der Entscheidungsschlacht des Dornenkrieges am Rabenpass.
Das vereinigte galadonische Heer hatte die dunklen Horden des Blutfürsten und des Schattenmeisters bis zum Rabenpass zurückgedrängt. In jener Nacht beschworen die Widersacher einen entsetzlichen Sturm und sendeten in seinem Schutz ein gewaltiges Heer aus Untoten und Dämonen den königlichen Heer entgegen. Der magisches Sturm, der Furcht und Hass in jedes Herz sähte und die Krieger von ihren Beinen riss, schien das Ende für die Freiheit Galadons zu bedeuten. Da traten die Geweihten des Morsans vor das Heer, knieten nieder und riefen den Hüter der Seelen an. Mit gefalteten Händen und gesenkten Haupt schritten sie betend in den Sturm. Und die verdammten wichen vor ihnen zurück und der Sturm konnte ihnen nichts anhaben. Doch den Weg über den Pass zahlten sie mit der Lebenszeit. Die Recken Bellums, die ihnen unmittelbar folgten berichteten, das sie sahen wie wie die Geweihten vor ihren Augen verfielen und als ausgezehrte Greise zu Boden sanken. Die letzten drei Geweihten führten das Heer bis zu Andulin, der dunklen Feste, wo sie das grosse Tor berührten, das unter ihren Händen zu Staub zerfiel. Dort brachen auch sie zusammen. Doch das galadonische Heer konnte Andulin nehmen und das menschlich Heer der Widersacher in seinen Mauern vernichten schlagen. Den Bellums Recken gelang es mit Unterstützung des Ordens des Astraels die Widersacher zu vernichten. Galadon war von der dunklen Bedrohung befreit. Seit jener Zeit verbingt man die Nacht von Sonnenuntergang bis zur 2. Stunde des neuen Tages, als Andulin fiel ins stillem Gebet zu Morsan umd dann in einem rauschenden Fest die Freiheit Galadons zu feiern.


Allerseelen (Galtors Gnade)

Tag des Gedenkens an die Seelen der Verstorbenen.
Der Tag geht zurück auf die Segnung von Andaras.
Nach dem verherrenden Erdbeben das Andara in Schutt und Asche legte und unzählige Bürger lebendig begrub, war es unmöglich alle Körper zu bergen und morsansgefällig zu bestatten. Seuchen breiteten sich aus. Und die, die noch die Kraft hatten, flohen aus der Stadt und liesen die Sterbenden zurück. Seitdem sah man jede Nacht die verirrten Seelen derer, die ohne den Segen eines Geweihten die Hallen des Hüter der Seelen nicht finden konnten, durch die Trümmer streifen. Die Kirche des Morsans sandte 4 Geweihte aus, um den Verlorenen ihr Ruhe zu schicken. Die Geweihten riefen Galtor, den Seelenboten, an sich aller Seelen in dieser Stadt anzunehmen. In jener Nacht vernahmen die, die vor der Stadt lagerten ein Rauschen von riessigen Schwingen in der Luft. Man fand die Geweihten tot im Zentrum der Stadt. Ein sanftes Lächeln lag auf ihren Zügen und in den folgenden Nächten wurden keine Geister mehr gesehen. Andaras wurde wieder aufgebaut - mit dem schönsten Morsansacker Galadons im Zentrum.

An jenem Tag sucht man die Gräber der Verstrobenen auf, gedenkt ihrer und erbittet Morsans Segen für sie. Es heisst, das in jener Nacht, auch die verdorbenste Seele Gnade vor Morsans Augen finden kann, wenn sie wahrhadt Reue zeigt.


Schwarzschimmer ( Lifnas Segnung)

Die strahlenste Nacht im Jahr.
Stets ist diese Nacht klar und mild und die Sterne strahlen heller als sonst. In jener Nacht, sind
die Träume die Morsan gewährt ein ganz besonderes Geschenk. Oft bergen sie ein Lösung für ein schier unlösbares Problem, spenden Trost und Frieden, oder enthalten eine Warnung vor drohender Gefahr. Morsansgeweihte verbringen Schwarzschimmer in stiller Meditation während das Volk diese Nacht unter freiem Himmel verbringt und gemeinsam zu den Sternen aufsieht und Traumkraut raucht.


Ruans Zeichnung

Tag der Waffenruhe.
Es heisst an jenem Tage hätte Ruan seinen Bruder Finor erschlagen und wurde damit zum ersten
Mörder der Welt. Morsan verdammte Ruan dafür niemals seinen Hallen betreten zu dürfen -
bis zum jüngsten Tag. Gezeichnet von Morsans Hand irrt Ruan umher ohne je Schlaf oder Frieden
zu finden. Man sagt wer an jenem Tag Leben nimmt, müsste sein Schicksal teilen. Darum legen
alle an jenem Tag die Waffen nieder. Allein den Recken Bellums ist es gestattet Waffen zu
tragen, auch wenn sie kein Leben nehmen dürfen.


b) inoffizielle

Wie jeder Orden hat auch der des Morsans eigene Feiertage.
So den Tag der Weihe, an dem Novizen das Heilige Amulett des Morsans erhalten. Über die Zeremonie ist jedoch fast nichts bekannt. Ausser, dass die Weihe von einem Diener Morsans das äusserste von Seele und Körper abverlangt. Weiteren Feiertagen waren stets Anlass zu wilden Spekulationen und leiser Furcht, was sich wohl mit der engen Vertrautheit zum Tod, ihrer Askese und ihrer Verschwiegenheit erklären lässt.


6) Redewendungen

Morsansacker = Friedhof

Morsanshauch = der Tod

Morsanshülle = Leichnam

Selten hört man von einem Diener Morsans mehr als ein frommes: Morsans mit Euch!


7) Der Tempel

Stets sehr schlicht gehalten, mit den wundersamen Morsansfriesen geschmückt ist der Schrein ein Ort des Ruhe und des Friedens. Allein der Aufenthalt in diesen Hallen spendet oft schon Trost. Häufig sieht man Gläubige sanft einschlummern, was aber nicht als Mangel aus Respekt dem HERRN gegenüber ansieht. Sondern als sein Geschenk. Denn nach kurzer Zeit sieht man die Gläubigen sich mit einem Ausdruck inneren Friedens sich erfrischt erheben und ihrer Wege gehen. Seltsamerweise hört man von den Schläfern nie mehr als ein leises Atmen und sie rutschen auch nicht von den kühlen Steinbänken. Im hinteren Bereich findet man die einbalsamierten sterblcihen Hüllen der Dahingeschiedenen aufgebahrt, damit die Angehörigen Abschied nehmen können, bevor man den Körper in die Erde senkt. Die weltlichen Hallen sind stets ein einem leichten Dämmerlicht gehalten und Räucherwerk schafft eine besinnliche Atmosphäre. Neben dem Altar findet man schlichte Teppiche, auf denen man sich zum Meditieren niederlassen kann. Häufig findet man die Geweihten dort tief in ihr Inneres versunken. Doch beim Eintreten eines Gläubigen kehren sie sofort zurück in diese Welt um ihn zu dienen und mit sanften Worten willkomen zu heissen.

Von den Gläubigen wird erwartet das sie sich ruhig verhalten. Waffen und Rüstungen sind nicht willkommen. Bevor man seine Hallen betritt ist es üblich kurz die Hände zu falten und zur Ruhe zu kommen, um dann dem HERRN mit dem ihm gebührenenden Respekt gegenüber zu treten.


8) Der Geweihte

Ein Diener Morsans wohnt fast immer im sehr zrückgezogen in Ordenshäusern. Es gibt aber auch wenige Einsiedler, die sich ganz der Stille und der Meditation verschrieben haben. Innerhalb der Tempelgemeinschaft bestehen oftmals die einzigen intensiven zwischenmenschlichen Beziehungen. Auch wenn man oft vergebens nach freundschaftlichen Gesprächen oder liebevollen Berührungen sucht. Häufig verständigen sich Geweihte nur durch Handzeichen und Blicke, was einem Beobachter manchmal unheimlich anmuten mag. Heiraten sind im Morsansorden unbekannt, doch verboten sind sie nicht. Sehr selten huldigen sie Vitamas Geschenk, da es als zu weltlich angesehen wird, und der Körper letztlich ohne Bedeutung ist, und nur als Hülle von Geist und Seele dient.

So abweisend, ja manchmal unheimlich das auf die Gläubigen sein mag. So wohltuend kann der Trost eines Morsansgweihten sein. Denn der entbehrungsreiche Dienst an Morsan bedarf einer tiefen Liebe für den Herrn und für seine Mitgeschöpfe. Und wo die Worte fehlen, lassen sie ihr Schweigen wirken. Kein sterbliches Wesen, heisste es, hätte die Fähigkeit so vollkommen zuzuhören wie ein Diener Morsans. Das Schweigen kann Geborgenheit und Vertrauen vermitteln, aber auch belastend, ja zwingend sein. Nur wenige vermögen ein dunkles Geheimnis zu bewahren wenn ihnen eine Geweihter stundenlang regungslos gegenüber sitzt und wartet, während der Raum stiller und stiller wird, und einem der eigene Herzschlag als unerträglich laut erscheint. Zwang und Gewalt lehnen die sie ab. Sie warten lieber geduldig und führen lieber sanft und unmerklich die Seelen ihrer Schutzbefohlenen. Die Morsansgeweihten verbringen einen Grossteil ihrer Zeit in Meditation um ihre Seele zu reinigen und zu stärken. Das verleiht ihnen die Fähigkeit, Schmerz und Leid zu teilen, ja sie sogar zum Teil auf sich zu nehmen und einem Schutzsuchenden dafür etwas von ihrer innerer Ruhe und Frieden zu schenken.

Ein Geweihter Morsans vermag durch seine seelische Ausgeglichenheit grosse psychischen Belastungen ertragen und wirkt auf einen Aussenstehenden stets ruhig und gelassen. Niemals würde man einen von ihnen schreiend oder ausser sich erleben. Eine strenger Blick und ein Tadel in ruhigen Worten sind wohl das äusserste wozu sie sich hinreissen lassen.

Den Tod fürchten sie nicht, da sie, wenn sie sterben vor ihren Herrn treten dürfen. Doch würden sie niemals ihr Leben wegwerfen, da es ihren Dienst auf Tare verkürzen würde und nach ihrem Glauben es allein Morsan zusteht über Leben und Tod zu entscheiden. Sie töten auch nicht und ernähren sich rein pflanzlich. Allein wenn die Seele eines Gläubigen bereit ist zu gehen und das Leben nur noch Qual ist, schenken sie manchmal einen sanften Tod.


9) Der Orden

Im Gegensatzt zu den andern Orden der Vier, hat der Orden Morsans keine Hierachie. Allein Morsan erkennen sie als ihren Herrn an. Seinen Willen versuchen sie zu ergründen in dem sie in tiefer Meditation versuchen dem "Lied der Stille" zu lauschen. Auch fehlt es an festen Regeln und direkten Verboten im Orden, denn wer mag wissen was Morsan dem Bruder im Herrn befahl?

Gemeinsam ist allen aber die Verschwiegenheit - manche legen sogar das "grosse Schweigen" ab, weihen ihre Stimme ihren Herr und sprechen nur in seinem Dienst. Und doch gibt es charismatische Redner und talentierte Prediger unter ihnen, die sich aber nur offenbaren wenn sie Morsans Taten rühmen. Doch werden sie niemals versuchen durch Worte zu blenden, sondern versuchen tiefe Wahrheiten zu offenbaren. Ein Morsansgeweihter lügt niemals. Wenn er nicht antworten kann, schweigt er.

Auch werden den Orden keine Kinder zur Ausbildung übergeben, wie etwa ein Adelssohn beim Bellumsorden in Kampfkunst, Ehre und Rechtsempfinden oder beim Astraelsorden Lesen und Schreiben und Geschichte und beim Vitamaorden Kunst, Musik und Tanz gelehrt bekommt. Der Eintritt in den Orden erfolgt immer aus eigenem Entschluss. Häufig klopft ein Berufener schweigend an das Tor des Ordenshauses, betritt es still und beginnt seinen Dienst ohne Fragen zu stellen, bis man ihm die graue Kutte des Ordens hinlegt und ihn später leise auffordert die Weihe zu empfangen. Da es keine Hoch- oder Erzgeweihten gibt vermag ein Aussenstehender nicht beurteilen wie hoch der Geweihte in der Gunst seines Herrn steht.

Die vorrangigsten Aufgaben des Ordens sind die Seelsorge und die Grabpflege. Während Vitama hauptsächlich den Körper von Krankheiten und Verletzungen heilt, haben sich die Geweihten des Traumvaters der Hilfe für geistig Verwirrte und Bessesene verschrieben, auch wenn ihre Kenntnisse in Anatomie, Heilkunde und Alchemie ausgeprägt sind. Neben der Auffinden der Körper, ihrer Segnung, Einbalsamierung und ihrer Grablegung kümmern sie sich auch um der Pflege der Morsansgärten.

Der Orden wird wegen dieser Aufgaben geschätzt und geachtet, zumal Morsansgeweiht äusserst selten mit dem Gesetz in Konflikt kommen. "Gebt Morsan, was Morsans ist........" hört man oft. Sie streben weder nach Reichtum, Ruhm oder weltlicher Macht. Die grosse Anerkennung, ja manchmal sogar Verehrung hat sich der Orden jedoch durch seinen unablässigen Kampf gegen die Anhänger des Einen erworben. Als Untertanen des Todengottes vermögen sie wirksam gegen Nekromantie vorzugehen und die beschworenen Kreaturen wieder zur Ruhe zu legen. Auch sollen sie die einzigen Geweihten sein, die eine gefallene Seele den Klauen des Ungenannten zu entreissen vermögen. So sanftmütig und ruhig sie gegenüber den Gläubigen sind so unerbittlich werden sie sich der dunklen Saat entgegenstellen. Nicht mit Waffen -denn mehr als einen Dolch oder den rituellen Stab, mit dem sie in manchen Ordneshäusern ihren Körper und ihren Geist im Stabtanz schulen, tragen sie nicht bei sich, sondern allein durch die Macht ihres Glaubens.

Doch auch der Orden soll einst grosse Schuld auf sich geladen haben. Man munkelt, dass man einst wahllos Menschen opferte um Morsan Seelen anbieten zu können. Und vollstreckt wurden diese Opfer von einem Bund fanatischer Meuchler mit geweihten Klingen, lautlosen Schatten in der Nacht. Andere behaupteten, dass sie nur Frevlern den Tod brachten, wie einst der Schattenläufer. Doch wie so oft, wissen die Aussenstehenden nur wenig. Den Morsan ist Schweigen...